MEDISTAR-Makro-Programmierung

Ein Makros kann viele kleine, immer wieder kehrende Arbeitsschritte zusammenfassen. Darüber hinaus können MEDISTAR-Makros intelligente Funktionen enthalten. Das möchte ich an einem Beispiel demonstrieren:

Die in der Praxis wichtigste EBM-Ziffer ist die Grundpauschale. Abhängig vom Alter des Patienten gibt es für jede Fachgruppe drei unterschiedliche Ziffern. Wir wollen ein Makro erstellen, das altersabhängig automatisch die für den Patienten passende Ziffer in die L-Zeile einträgt. Im Beispiel werden die Pauschalen für die Gastroenterologie verwendet.

Wir benötigen mehrere Variablen, die zunächst einmal definiert werden müssen, um Speicherplatz zu reservieren. Eine Variable besteht aus einem Namen, der immer gleich bleibt und einem Wert, der verändert werden kann.

Das Makro vergleicht in den ersten beiden Zeilen die Altersgrenzen (Zahl_1/2) mit dem Alter des Patienten. Dieses findet sich in der Stammvariablen ‚@PS_Alter_in_Jahren‘. Bitte beachten Sie, dass nur Variablen verglichen werden können, d.h. Werte müssen verpackt sein. Die Makroaktion ‚Set‘ dient der Zuweisung von Werten. In der dritten und vierten Zeile erfolgt eine Wenn-dann-Verzweigung in Form eines ternären Operators (?:):
neuer Wert = Bedingung ? Wert, wenn wahr : Wert, wenn falsch

In der Variablen ‚weiter‘ wird die gefundene Leistungsziffer gespeichert. Durch die Aktion ‚VarText‘ wird der Wert dieser Variablen verwendet bzw. in die L-Zeile geschrieben. Normalerweise wird eine Variable dadurch erkannt, dass sie zwischen Dollarzeichen steht. In der VarText-Zeile ist dies nicht erforderlich, da die Makroaktion ‚VarText‘ bereits vorgibt, dass es sich um eine Variable handeln muss. Die Aktion ‚Key‘ fügt lediglich einen Bindestrich an die Leistungsziffer an, damit sogleich die nächste Ziffer eingegeben werden kann.

Die Beispiel-Makrodatei könnne Sie hier herunterladen: Demo.zip.

Es bieten sich übrigens noch einige Verbesserungen an: zum Beispiel ist es sinnvoll die Wertzuweisung erst innerhalb des Makros durchzuführen, um die Variablen auch für andere Zwecke nutzen zu können. Außerdem ist es durch die Aktion ‚GetText‘ möglich, die Werte aus einem (Konfigurations‑)Menü auszulesen. Und zweckmäßigerweise sollte der Makroknopf nur dann sichbar sein, wenn der Eingabecursor in einer L-Zeile steht.

Für Augenärzte gibt es das bereits. Sie sparen Zeit und gewinnen enorm an Effektivität, wenn Sie gleich OPHTHALMOSTAR erwerben und einsetzen. 😆

Einfaches Dokumentenmanagement mit MEDISTAR

Gerade habe ich ein neues Programm online gestellt: «Move and Link to MEDISTAR». Das Programm ermöglicht die Verknüpfung beliebiger Dateien mit den med. Daten eines Patienten in MEDISTAR.

Dieses Programm (bzw. die Vorgängersoftware «FileStar») ist für mich selbst ein wichtiges Tool geworden. FileStar war ein kompiliertes AutoHotkey-Skript. «MoLiStar» ist nun in C# geschrieben und erlaubt einige zusätzliche Features. Außerdem hat sich das Lizenzmodell geändert. MoLiStar ist Freeware bzw. Donationware.

MEDISTAR-Anwender, die das Programm noch nicht kennen, sollten es unbedingt ausprobieren!

Welche MEDISTAR-Warteliste benutzen Sie?

MEDISTAR bietet zwei verschiedene Wartelisten an. Die altbewährte Warteliste hat den Nachteil, immer nur einen Wartebereich anzuzeigen. Wenn eine Praxis mit nur einem Wartebereich auskommt, ist sie aber erste Wahl. Ihr Vorteil ist, dass sie hervorragend mit der Tastatur bedient und mit Makros automatisiert werden kann. Das wird in der OPHTHALMOSTAR-Facharztlösung intensiv genutzt, um zum Beispiel beim Eintragen eines Patienten in die Warteliste sogleich bestimmte Notizen einzugeben und ggf. gleichzeitig den Patienten gezielt an den Anfang oder das Ende der Liste zu setzen. Dadurch wird die Warteliste zur Kommunikationszentrale.

Die neue Warteliste wird auch „Patientenleitzentrale“ oder „konfigurierbare Warteliste“ genannt. In ihr können mehrere Bereiche und auch Räume angezeigt werden. Patienten werden mit der Maus zwischen den Bereichen und Räumen verschoben. Sie ist nicht ganz so makrofähig, zum Beispiel ist es nicht möglich, Patienten per Makro gezielt an den Anfang oder das Ende einer Liste zu setzen.

Bisher unterstützte OPHTHALMOSTAR nur die „alte“ Warteliste. Es fehlte die Möglichkeit per Makro festzustellen, welche Warteliste benutzt wird. Nun habe ich von dem MEDISTAR-Entwickler Dr. Hermann Vortisch einen Hinweis erhalten, wie es doch funktionieren könnte. Und siehe da, seit Version 1.8 erkennen die Makros, welche Warteliste benutzt wird und die vielen OPHTHALMOSTAR-Funktionen können jetzt auch mit der „neuen“ Warteliste genutzt werden.

Wenn Sie auch ausprobieren möchten, welche Warteliste für Ihre Zwecke am besten ist, habe ich einen Tipp: Die „konfigurierbare Warteliste“ legt im INST-Ordner eine INI-Datei an, in der die Einstellungen gespeichert werden. Wenn diese Datei vorhanden ist, wird die „neue“ Warteliste angezeigt. Wenn Sie danach wieder die „alte“ Warteliste nutzen möchten, bietet MEDISTAR das komplette Löschen der Einstellungen an. Dabei wird die INI-Datei gelöscht beziehungsweise eine in eine Datei mit der Endung «bak» umgenannt. Man kann daher einfach zwischen beiden Wartelisten umschalten, indem man im Explorer die Endung der INI-Datei ändert (z.B. von «ini» zu «txt»). So erhält man die Einstellungen für eine spätere Umstellung. Die Datei hat den Namen «tkwlistmainconfig00.ini». Die beiden Ziffern am Ende können beim Vorhandensein mehrerer Praxen differieren.

Keine Probleme mit Nec-aut-idem in MEDISTAR

Nachtrag Juli 2012: Aufgrund des neuen Anforderungskatalogs, den die KBV gemeinsam mit dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen erarbeitet hat und der ab Juli 2012 für Veränderungen in allen Praxisprogrammen geführt hat, die die Verordnung von Arzneimitteln ermöglichen, ist der nachfolgende Text Makulatur. Andererseits dokumentiert er aber, dass sich MEDISTAR bemüht, Hilfen bereit zu stellen, die den ausufernden Bürokratieaufwand in Grenzen halten.

Von vielen Anwendern unbemerkt findet sich in MEDISTAR ein einzigartiges Tool, mit dem sich das Verhalten bei der Medikamentenverordnung auf Kassenrezepten perfekt einstellen lässt. Das Programm nennt sich «Arzneimittellisten-Einstellungsassistent». Man kann es durch Eingabe des Kommandos „PSAEA“ aufrufen. OPHTHALMOSTAR-Anwender finden einen Button im Reiter «Einstellungen» (ab Version 1.8).

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Screenshot

Der Assistent ermöglicht es für Wirkstoffe festzulegen, ob das aut-idem-Kreuz automatisch gesetzt werden soll. Wenn Sie in die Wirkstoffliste klicken und schnell hintereinander die ersten Buchstaben eintippen, gelangen Sie direkt zu den gewünschten Einträgen.
Zu einzelnen Wirkstoffen lässt sich sogar einstellen, dass die Regel nur für bestimmte Hersteller gelten soll. Auf Wunsch greift jede Regel nur dann, wenn kein kostengünstigeres Medikament existiert oder wenn kein Rabattvertrag mit der Krankenkasse des Patienten besteht.

Bewegliche Feiertage im Terminkalender

Wer einen elektronischen Terminkalender benutzt, muss in vielen Programmen die Feiertage manuell eintragen. Das ist kein Problem, solange sich der Termin zu einem bestimmten Datum wiederholt (z.B. Weihnachten). Richtig lästig ist es aber bewegliche Feiertage Jahr für Jahr einzutragen (Ostern und andere).

Hier hilft mein C#-Erstlingswerk «Bewegliche Feiertage». Das Programm berechnet die Daten wählbarer beweglicher Festtage für ein oder mehrere Jahre und erstellt auf Wunsch eine iCalendar-Datei. Diese lässt sich in gängige Kalenderprogramme importieren (Outlook, Thunderbird/Lightning, eM Client, EssentialPIM, Windows Live und andere).

Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

BFeiertage