MEDISTAR-Patientenmarker mit Ampel-Funktionalität erweitern

Mit der Patientenmarker-Funktion in MEDISTAR lassen sich Besonderheiten eines Patienten auf einen Blick erkennbar machen. Durch die Verknüpfungsmöglichkeit mit den Patientenlisten lassen sich Abfragen definieren, die automatisch zu einer bestimmten Anzeige führen.

In meiner Praxis sollen bestimmte Untersuchungen bzw. IGeL-Leistungen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Mit Patientenmarkern lasse ich mich daran erinnern, den Patienten darauf hinzuweisen. Dazu benutze ich bei wichtigen Untersuchungen ein Ampel-System.

HRT-Ampel-2

Im folgenden Beispiel soll der Hintergrund des Patientenmarkers GRÜN sein, wenn die Untersuchung (HRT) innerhalb des letzten Jahres erfolgte. Der Hintergrund des Markers soll GELB sein, wenn die Untersuchung im Zeitraum von 1-2 Jahren erfolgte (s. Abb.). Ein ROTer Hintergrund signalisiert, dass die letzte vor mehr als 2 Jahren erfolgte.

Wir benötigen also 3 Patientlisten, die jeweils mit einem Marker verbunden werden. Das Beispiel geht davon aus, dass der betreffende Untersuchungsbefund in einer B1-Zeile gespeichert wird und dass dieser Zeilentyp ausschließlich für diesen Zweck verwendet wird. Selbstverständlich sind andere Gestaltungen möglich. Zum Beispiel könnte nach einen Schlüsselwort gesucht werden.

Erste Abfrage (GRÜN)

Bedingung von dynamisch > bis dynamisch >
A mdB1=* H-1J H
Verknüpfung: A

Zweite Abfrage (GELB)

Bedingung von dynamisch > bis dynamisch >
A mdB1=* H-2J H-1J
B mdB1=* H-1J H
Verknüpfung: A+-B

Dritte Abfrage (ROT)

Bedingung von dynamisch > bis dynamisch >
A mdB1=*
B mdB1=* H-2J H
Verknüpfung: A+-B

Als letzter Schritt erfolgt das Einrichten des Patientenmarkers, der mit der zugehörigen Patientenliste verknüpft wird.

HRT-Ampel-1

Makros für die Brieferstellung mit MEDISTAR und Microsoft Word

Für die MEDISTAR-Brieftextverarbeitung mit Word benutze ich seit  Jahren ein paar zusätzliche Makros:
MSTV2007_mod

Die Erweiterung besteht aus zwei Dateien:

OphStar.dotm enthält die neuen Makros. Diese sind nicht geschützt und können durch den Anwender verändert werden. Absolut sinnvoll ist das bei der Funktion „Text verbessern“. Dieses Makro erlaubt auf einfache Weise das Ersetzen von in Befundtexten enthaltenen Kürzeln, die ausgeschrieben im Brief erscheinen sollen. Kurzanleitung: Add-Ins – OphStar.dotm öffnen – zu OphtStar.dotm wechseln – Alt+F11 drücken – Module: modOphStar mit Doppelklick öffnen – Zeilen die mit „Call“ anfangen ersetzten. Neben dem Such- und Ersetzungstext können Sie jeweils angeben, ob das Ersetzen automatisch oder mit Sicherheitssabfrage erfolgen soll.

modOphStar

 

MSTV2007_mod.dotm ist eine modifizierte MEDISTAR-Makrodatei. Es wurden lediglich dem MEDISTAR-Ribbon ein paar Schaltflächen hinzugefügt, mit denen die Makros der Ophstar.dotm aufgerufen werden können. Das erspart einem das Öffnen des AddIn-Ribbons, in dem sich die gleichen Schaltflächen finden – als Bestandteil der Ophstar.dotm. Die Verwendung der MSTV2007_mod.dotm ist also nur eine zusätzliche Option beim Einsatz der Ophstar.dotm.

Die Dateien befinden sich in der Zip-Datei, die Sie hier herunterladen können: WordOphtStarAddIn.

Entpacken Sie die Dateien nach dem Download in  einen beliebigen Ordner. Neben den erwähnten Dateien sind drei Visual Basic-Skripte enthalten:

  1. ExploreWordStartup.vbs öffnet den Startup-Ordner Ihrer Word-Installation.
  2. InstallAllWordAddIns.vbs kopiert alle im gleichen Ordner enthalten Makrodateien in den Startup-Ordner. Bereits vorhandene Dateien werden umbenannt und gehen nicht verloren.
  3. ToggleMSTV2007_mod.vbs ermöglicht einen einfachen Wechsel zwischen Original und Erweiterung des MEDISTAR-Ribbons.

Bitte beachten Sie, dass es für die Verwendung keinen Support seitens der MEDISTAR-Hotline gibt. Die Nutzung geschieht wie immer auf eigene Gefahr. Aber wie bereits gesagt: in meiner Praxis wird das Add-In seit Jahren täglich benutzt. Über Rückmeldungen freue ich mich…

Computernamen des MEDISTAR-Servers ändern

Grundsätzlich ist es möglich eine Neu- bzw. Zweitinstallation, durch Kopieren der beiden Ordner D:\Oracle und D:\Medistar auf den identischen Stand zu bringen, da sowohl MEDISTAR wie auch Oracle ihre wichtigen Einstellungen innerhalb dieser Ordner speichern und nicht in der Registry. Das erspart einem das Nachinstallieren von Updates und das Importieren der Praxisdaten. Voraussetzung für das erfolgreiche Kopieren ist natürlich, dass zuvor eine reguläre Installation stattgefunden hat und dass die Dienste heruntergefahren sind. Als Zwischenmedium verwendet man am besten eine FAT32-formatierte USB-Festplatte. Man hat dann keinen Ärger mit den Benutzerrechten irgendwelcher Dateien, wie es bei NFTS vorkommen kann.

Falls in diesem Szenario die Computernamen differieren, wird es allerdings zu Problemen kommen. Deshalb möchte ich hier kurz das Vorgehen für die Umstellung des Namens beschreiben:
Um den Namen zu ändern drücken Sie <Windows-Taste + Pause-Taste>. Das weitere Vorgehen ergibt sich aus der Abbildung. Eine Änderung wird erst nach einem Neustart wirksam.

Screenshot (Sytemsteuerung - System)
Screenshot (Systemsteuerung – Systemeigenschaften)

Falls ein anderer Name als in der Quelle verwendet wird, müssen Sie vor dem Neustart die entsprechenden Einträge in folgenden Dateien korrigieren:

  • D:\MEDISTAR\inst\sql.ini
  • D:\oracle\product\11.2.0\dbhome_1\NETWORK\ADMIN\listener.ora
  • D:\oracle\product\11.2.0\dbhome_1\NETWORK\ADMIN\tnsnames.ora
Ausschnittt aus listener.ora
Ausschnittt aus listener.ora

Abfrage der aktiven Computer bzw. Sessions in MEDISTAR-SQL

Gut versteckt findet sich in MEDISTAR ein Dialogfenster für die Eingabe von SQL-Anfragen. Nützlich ist dieser Programmbestandteil durch seine Makrofähigkeit. Ich habe mir ein Makro gebaut, dass sich nach nur einem Klick zu diesem Dialog durchhangelt und abfragt, welche Benutzer bzw. Arbeitsplätze gerade MEDISTAR verwenden. Das ist nützlich vor irgendwelchen Arbeiten an der Datenbank (z.B. Updates, Backups, etc.), um noch geöffnete Tasks zu finden.

Sie gelangen zu dem Abfragefenster durch Eingabe der folgenden Befehle:

  • PSH“ um das Systemkommandofenster zu öffnen.
  • Dort führen Sie den Befehl „swrp sqlexec“ aus.
  • Nach Eingabe des Master-Passworts öffnet sich das SQL-Anfragefenster.
  • select distinct machine from v$session where username='MSUSER'” entlockt dem System die gewünschte Information.

PS: In OPHTHALMOSTAR 2.0 (coming soon!) sind die Makros natürlich eingebaut.

SQL-Anfrage

Fortlaufende Rechnungsnummern in Word-Dokumenten

In der Praxis kommt es oft vor, dass IGeL-Rechnungen mit identischen Beträgen erstellt werden müssen. Da bietet es sich an, eine Word-Vorlage zu erstellen, die nur noch Name und Anschrift automatisiert übernimmt. Allerdings müssen Rechnungen eine fortlaufende Nummer enthalten.
Zu diesem Zweck erhält die Vorlage ein »AutoNew«-Makro, das beim Erstellen eines neuen Dokuments ausgelöst wird. Die aktuelle Rechnungsnummer wird in einer INI-Datei im Vorlagenordner gespeichert, so dass sie bei der nächsten Verwendung der Vorlage (oder einer anderen mit dem selben Makro) ausgelesen werden kann.

' Increment Invoice Number to New Form Document
Sub AutoNew()
 
  ' Create variables
  Dim fieldName As String
  Dim invNumber As String
  Dim iniFileName As String
  Dim templatePath As String
 
  fieldName = "InvoiceNumber"
  iniFileName = "Rechnungen.ini"
  templatePath = ActiveDocument.AttachedTemplate.Path
 
  ' Read value from INI-file
  invNumber = System.PrivateProfileString(templatePath & _
    "\" & iniFileName, fieldName, "invNumber")
 
  ' Increment invoice number
  If invNumber = "" Then
    invNumber = 1
  Else
    invNumber = invNumber + 1
  End If
 
  ' Update Invoice Number in active document
  ActiveDocument.FormFields(fieldName).Result = invNumber
 
  ' (Over)Write new value to INI-File
  System.PrivateProfileString(templatePath & "\" & _
    iniFileName, "InvoiceNumber", "invNumber") = invNumber
 
End Sub

Das Makro erwartet in der Vorlagedatei ein Textformularfeld mit folgenden Eigenschaften:

TextFormularFeld

Downloads:

Rechnung_HRT-Unters.dot (in Word <Alt + F11> drücken, um den Code zu sehen)

AutoNew.bas (in Word <Alt + F11> drücken, im VBA-Editor „Datei importieren“ wählen)

Fehlende elektronische Gesund­heits­karte – was tun?

Die Ablösung der „alten“ Krankenversichertenkarte durch die elektronische Gesund­heits­karte (eGK) mit Beginn des neuen Jahres, wird von verschärften Regeln für den Fall des Fehlens der Karte begleitet. Das führt zu Mehrarbeit und erinnert an die ungeliebte Praxisgebühr.

Falls ein Patient ohne eGK zur Behandlung kommt, wird er aufgefordert innerhalb von zehn Tagen eine gültige Karte nachzureichen. Andernfalls erhält er eine Privatrechnung. Während dieser Zeit erfolgen Verordnungen auf dem Privatrezept mit dem Vermerk „ohne Ver­siche­rungs­nachweis“. Wird die eGK bis Quartalsende nachgereicht oder bestätigt seine Kranken­kasse, dass zum Zeitpunkt der Behandlung ein Leistungsanspruch bestand, erhält er das Geld zurück.

Ich halte es für sinnvoll, sich vom Patienten unterschreiben zu lassen, dass er die nötigen Informationen über diese Regelung erhalten hat. Zu diesem Zweck habe ich ein (nicht-grafisches) MEDISTAR-Formular umprogrammiert. Es ermöglicht den Ausdruck eines in­dividuellen Bestätigungsschreibens und dokumentiert den Vorgang in den med. Daten.

Zur Installation kopieren Sie die drei Dateien in den Ordner MEDISTAR\FORM und rufen anschließend in MEDISTAR den Formular-Assembler auf (Kommando „PSH“, dann „FASM“). Installieren Sie das Programm auf einen freien Platz und tragen Sie in den Einstellungen (s. Abb.) Ihre Praxisdaten ein.

Der Patient erhält zum Mitnehmen das Informationsblatt der KBV, das man am besten ausgedruckt bereithält.

eGKInfo

Zuordnung der Zeilentypen in MEDISTAR-Facharztlösungen

Immer wieder werde ich gefragt, ob man die Zuordnung der Zeilentypen in OPHTHALMOSTAR nicht nach den eigenen Wünschen und Vorlieben einstellen kann. Schließlich gibt es andere Facharztlösungen, in denen dies (angeblich) möglich ist.

Die Antwort lautet: Nein. Und das liegt nicht an meinem Unwillen, sondern an den technischen Gegebenheiten. OPHTHALMOSTAR unterscheidet sich in einem Punkt von anderen Facharztlösungen: es nutzt die Möglichkeit jedem Zeilentyp eine eigene Makrotafel zuzuordnen und diese Makrotafel auch anzuzeigen, wenn der Zeilentyp über die Tastatur entsprechend eingestellt wird – also Makro-unabhängig. Für die Definitionen existiert innerhalb des Makro-Rekorder-Programms ein eigener Dialog (s. Screenshot). Die Einstellungen werden in der Makrodatei gespeichert. Es existieren aber keine Makrobefehle, um diese zu ändern.

kontext

Andere Facharztlösungen sind davon natürlich in gleicher Weise betroffen. Sie bieten dem Anwender aber nur eine Makrotafel und nutzen überhaupt nicht die Möglichkeit, abhängig vom Zeilentyp unterschiedliche Makrotafeln zu präsentieren. Daher gelangen Befunde, die von der Start-Makrotafel ausgehend eingegeben werden, in der richtigen Zeile.

Gegenüber OPHTHALMOSTAR ergibt sich dadurch ein anderer Ansatz bzw. Anspruch an den Nutzer. Bei den anderen Facharztlösungen spielt es keine Rolle, ob der Fokus bereits in der richtigen Zeile steht. Jeder neue Befund muss ausgehend von der Start-Makrotafel eingegeben werden.

OPHTHALMOSTAR bietet demgegenüber den Vorteil, dass Zeilentyp-abhängig bereits die passenden Makrotafeln (2!) angeboten werden. Dadurch kann der gewünschte Befundbaustein mit weniger Aufwand bzw. weniger Mausklicks eingetragen werden. Letztlich erhält der Anwender dadurch mehr Freiheit. Er kann unterschiedliche Vorgehensweisen besser parallel nutzen: Tastatur, Spracherkennungssoftware und Mausbedienung vertragen sich problemlos nebeneinander beziehungsweise ergänzen sich.

PS: Theoretisch wäre es seitens MEDISTAR möglich, Makrobefehle einzubauen, mit denen sich die Kontext/Subkontext-Einstellungen verändern ließen. Ein Autostart-Makro könnte dann beim Start des MEDISTAR-Tasks die Anwendereinstellungen aus einem Menü auslesen. Ob das im Ergebnis sinnvoll oder zu verwirrend und fehlanfällig wäre, vermag ich nicht zu sagen.

Fazit: Trotzdem gibt es für jeden Fall eine Lösung. Sie können zum Beispiel eine speziell angepasste Version erwerben, die dann aber nicht Update-fähig ist. Oder Sie konvertieren Ihre abweichenden Daten.

Neue Leitung für MEDISTAR

Zum 1.10. hat der langjährige MEDISTAR-Geschäftsführer zusammen mit dem Leiter der Entwicklungsabteilung das Unternehmen überraschend verlassen. Die Hintergründe sind mir nicht bekannt.

Allerdings macht man sich so seine Gedanken und es fallen mir viele mögliche Gründe ein, warum es dazu kommen konnte. Aus Anwendersicht hat man seit der Übernahme der Firma durch die CompuGroup Medical AG vor nun mehr als 10 Jahren den Eindruck, dass die Dinge nicht gut laufen. Die CGM-Leitung möchte als Besitzerin verschiedener Arztsoftwareprodukte und weiterer Software für andere Gesundheitssparten verständlicherweise Synergieeffekte nutzen. Daher haben die von ihr als „Plattformprodukte“ bezeichneten Programme, d.h. Software, die von den verschiedenen Arztsoftwareprodukten (MEDISTAR, TurboMed, Albis, M1, usw.) gemeinsam genutzt werden können, in den letzten Jahren höchste Priorität gehabt. Die Entwicklung und Anbindung dieser Produkte an MEDISTAR hat viel Manpower geschluckt. Herausgekommen sind für den Anwender im besten Fall nette Schmankerln wie der Online-Terminkalender. Andere Erzeugnisse wie z.B. das Doc-Portal haben dagegen viele Anwender in Rage gebracht.

Die Kernprobleme bei MEDISTAR wurden dagegen vernachlässigt. Zum einen, weil Datenbankumstellung und gesetzliche Vorgaben Kapazitäten gebunden haben, aber auch weil die Entwickler mit der Programmierung von Junk-Software beschäftigt wurden. Liegen gebliebene und dringend zu erledigende Aufgaben sind zum Beispiel:

  1. Die Beseitigung nicht-graphischer Formularprogramme: Viele Anwender erledigen zwangsweise noch heute – fast 20 Jahre nach Einführung von Windows 95 – wichtige Schritte der Praxistätigkeit mit MEDISTAR-Software, die keine Mausbedienung zulässt!
  2. Überarbeitung der integrierten Textverarbeitung („Brieftext“): Die Brieftext-Funktion in MEDISTAR ist für den geübten Anwender schnell zu bedienen und deshalb beliebt. Allerdings ist die Bedienung ebenfalls über 20 Jahre alt und einem Junganwender nicht mehr zu vermitteln.
  3. Die Konfiguration von Druckern innerhalb der MEDISTAR-Software ist eine Zumutung und überhaupt nicht Windows-konform. Auch hier ist eine gründliche Modernisierung vonnöten.
  4. Der Unterbau von MEDISTAR, das Qt-Framework ist veraltet und möglicherweise für moderne bzw. kommende Windows-Betriebssysteme nicht mehr kompatibel, zumal der Support seitens des Herstellers beendet wurde. Die dringend erforderliche Umstellung auf eine neue Version wird einigen Aufwand kosten, für den genügend Entwicklungskapazität zur Verfügung gestellt werden muss. Dazu werden auch umfangreiche Tests gehören, bevor eine neue Version ausgegeben werden kann. Gleichzeitig erleichtert die Umstellung die Einbindung einer modernen Textverarbeitungsfunktion, weil in neueren Qt-Versionen eine vorbereitete Komponente zur Verfügung steht.
  5. Die Einblendung von Medikamentenwerbung im Rezeptformular ist für eine seriöse Software nicht hinnehmbar. Das Argument, dass die Verordnungskomponente (ehemals „Pharmastar“) den Anwendern kostenlos zu Verfügung gestellt wird, war schon immer blöd. Das Verordnen von Medikamenten ist nun mal eine Kernfunktion einer Arztsoftware. Ein Anwender, der viel Geld für seine Praxis-EDV ausgibt, aber ständig mit Werbung attackiert wird, fühlt sich verschaukelt. Hallo CGM-Manager, bitte versteht „Synchronizing Healthcare“ nicht so, dass ihr eure Ärzte an die Pharma-Industrie verkauft!
  6. Seit einiger Zeit erfolgt die Medikamentenverordnung in den CGM-Programmen mit Hilfe des eigenständigen Programms „ifap-Praxiscenter“. Ich verstehe nicht, warum es einem großen Software-Unternehmen nicht möglich ist, die Daten den einzelnen Tochterfirmen so anzubieten, dass diese sie unter ihrer Programmoberfläche anzeigen können. Der ständige Wechsel zu einer Software mit anderer Oberfläche und Bedienungslogik erzeugt keinen professionellen Eindruck.
  7. Das Bild- und Dokumenten-Management-System MOVIESTAR könnte eigentlich ein Bestandteil von MEDISTAR sein. Ein modernes AIS kann m.E. nicht ohne eine vernünftige Bild- und Dokumentendatenbank bestehen. Die Entwicklung von MOVIESTAR sollte daher in MEDISTAR integriert werden. Das Programm könnte doch wunderbar die Oracle-Datenbank mitnutzen.
  8. MEDISTAR war in früheren Jahren die bevorzugte Software von Ärzten, die ihre Software gern selbst ausbauen und administrieren wollten. Es war durch Anwenderintelligenz oftmals möglich, für individuelle Praxisprobleme eigeständige Lösungen zu finden. In dieser Hinsicht unbedarfte Ärzte kauften MEDISTAR ebenfalls, weil die Computerfreaks auf MEDISTAR standen und bereit waren, ihr Know-how zu teilen. Leider wird dieser Aspekt seit Jahren nicht mehr gefördert. Zum Beispiel sind die neuen graphischen Formularprogramme durch den Anwender nicht mehr veränderbar. Vorstellbar ist aber, dass Anwendern ein Baukastensystem oder ein Skript-Interface für einfache Formularprogramme zur Verfügung gestellt wird. Qt bietet Funktionen, auf die man aufbauen kann. Außerdem müsste interessierten Anwendern mehr Hilfe beim Umgang mit der Oracle-Datenbank zuteilwerden. Alle technischen Dokumente und Anleitungen, die den SPs zur Verfügung gestellt werden, müssten auch von Anwendern von der Webseite heruntergeladen werden können. Mutig wäre auch die Einrichtung eines Anwender-Forums im Internet.
  9. Bereits vor Jahren habe ich vorgeschlagen, eine „IntelliSense“-Funktion (Text- und Kürzel-Ergänzungshilfe) in MEDISTAR einzubauen. Das wurde abgelehnt, weil es schwer zu warten sei. Demnächst wird die neue Firma T2Med genau hiermit als Hauptfeature („Wörterbuch-Funktion“) werben. Diese Funktionalität würde gut zu MEDISTAR passen. Für die bei MEDISTAR vorhandenen Facharztentwickler, wäre es eine passende Aufgabe, den für Ihren Fachbereich spezifischen Wortstamm einzubringen oder zu kontrollieren. Das würde die Bedeutung ihrer Facharztmodule als Bestandteil des ganzen Systems aufwerten.
  10. Als MEDISTAR 4.0 entworfen wurde, hat man sich wegen der Möglichkeit, das Programm auf Linux portieren zu können, für Qt als Framework entschieden. Auch die Oracle-Datenbank steht einem Linux-Einsatz nicht im Weg. Da die CompuGroup bereits ein eigenständiges Linux-Programm pflegt, schlummert hier echtes Synergiepotential. Wobei sich natürlich die Frage stellen würde, ob man Data-Vital-Kunden nicht dazu bewegen könnte, auf „MEDISTAR für Linux“ umzusteigen. Für das Windows-MEDISTAR wäre die gewonnene Zukunftssicherheit ein Wettbewerbsvorteil: Jeder Kunde hätte dich Möglichkeit zu einem beliebigen Zeitpunkt das Betriebssystem zu wechseln. Außerdem käme die von vielen Anwendern gewünschte Anbindung von Open-Office nebenläufig zustande.

Wie man sieht, gibt es so viel Handlungsbedarf, dass das Management der CompuGroup massiv reagieren muss. Falls die Leitung nicht bereit ist, sich für ihre Kunden einzusetzen und weiterhin den Produktmanagern nebensächlicher Addons wie Privadis, Vita-X, iFox, eServices usw. erlaubt, eine vernünftige Priorisierung und Planung zu torpedieren, kann man nicht helfen. Aber es wäre schade, denn MEDISTAR enthält bei aller Kritik immer noch so viele Highlights und Alleinstellungsmerkmale (z.B. Makrofunktionalität, Patientenlisten, -marker, Sofortprüfung).

PS: Liebe CGMler: bitte ruft mich jetzt nicht an, um mir zu sagen, dass ich den Artikel aus dem Netz nehmen soll. Lest ihn stattdessen bitte noch einmal, reicht ihn nach oben weiter und bedankt euch für die Unternehmensberatung. Ich habe nicht gegen MEDISTAR geschrieben, sondern für MEDISTAR! Noch bin ich Mitaktionär.

MEDISTAR einfach neu installieren und Oracle-DB optimieren

Eine Neuinstallation von MEDISTAR-SQL ist relativ einfach. Bei mir funktionierte folgender Workaround:

  1. MEDISTAR-SQL Neuinstallations-DVD bzw. Programm besorgen und installieren. Dabei wird in der Regel nicht die neueste MEDISTAR-Version installiert, was nicht weiter stört.
  2. Anschließend alle Dateien des bisherigen MEDISTAR-Ordners über die Neuinstallation kopieren mit Ausnahme folgender Ordner und Dateien:
    – D:\MEDISTAR\INST\sql.ini
    – D:\MEDISTAR\oradata
  3. Den Export-Dump der bisherigen Installation in die neue Datenbank importieren.

Der wesentliche Punkt ist, dass es meiner bescheidenen Erfahrung nach nicht erforderlich ist, Quartalsupdates nachzuinstallieren, um die Software auf den neuesten Stand zu bringen. Das geschieht einfach durch das Kopieren der Dateien und den Import des aktuellen Dumps.

Nach gelungener Neuinstallation sollte man aber noch einige Einstellungen ändern bzw. optimieren. Um die erforderlichen Befehle nicht jedes Mal von Hand eingeben zu müssen, habe ich ein PowerShell-Skript erstellt, dass man einmalig nach einer Neuinstallation (oder später) auf dem MEDISTAR-Server ausführen sollte. Es mehrmals auszuführen schadet nicht, verändert dann aber nichts mehr.

Das Skript führt mit Hilfe von SQLPlus folgende Änderungen durch:
Die Datenbank wird in den Archivelog Modus gesetzt, um Online-Backups mit RMAN (Oracle Recovery Manager) zu ermöglichen. Als Ablagebereich wird standardmäßig die Flash Recovery Area, kurz FRA, genutzt. Hierfür wird die Archivierung eingeschaltet.
alter database archivelog;
archive log list;

Initialisierungsparameter im SPFILE werden geändert, um die Anzahl möglicher Verbindungen zu erhöhen. Der Default-Wert für PROCESSES ist 100, der für SESSIONS (1.1 * PROCESSES) + 5 und für TRANSACTIONS (1.1 * SESSIONS).
alter system set processes=930 scope=spfile;
alter system set sessions=1028 scope=spfile;
alter system set transactions=1030 scope=spfile;

Der Wert für die Lebensdauer der Passwörter wird korrigiert. Bei Usern sys, system und msuser darf kein Expiry-Date stehen.
alter profile default limit password_life_time unlimited;

Mit Hilfe der RMAN-Konsole erfolgen folgende Änderungen:
Für einen Full-Restore ist ein Controlfile-Backup notwendig. Deshalb wird der Parameter CONTROLFILE AUTOBACKUP auf “ON” gesetzt:
configure controlfile autobackup on;

Durch den Aufruf des ADR Command Interpreters erfolgen nachfolgende Einstellungen:
Alte Logs und Traces im Automatic Diagnostic Repository (ADR) können nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden. Zuständig hierfür sind zwei Paramter SHORTP_POLICY (default 30 Tage, neu: 1 Woche) und LONGP_POLICY (default ein Jahr, neu: 1 Monat). „Purge“ sorgt bei einer länger bestehenden Installation für das sofortige Löschen älterer Dateien.
set control \(SHORTP_POLICY=168\);
set control \(LONGP_POLICY=720\);

Sie können das Skript hier herunterladen: MSPostInstallOptimization.zip
Wie immer geschieht die Anwendung auf eigene Gefahr. Alle MEDISTAR-Tasks sollten zuvor geschlossen werden.

MEDISTAR auf Windows 8.1 bzw. Windows Server 2012 R2

Ein Grund, warum ich hier schon lange nichts mehr geschrieben habe, ist die Beschäftigung mit der Umstellung meiner Praxissoftware auf einen neuen Server Anfang dieses Jahres. Der Hauptrechner ist nach c’t-Anleitung selbst gebaut. Als Betriebssystem habe ich Windows 8.1 gewählt. Das Server-Betriebssystem 2012 R2 hatte ich als Preview probeinstalliert – schien mir aber zu kompliziert und ohne Vorteile für mein kleines Netzwerk.
Um MEDISTAR selbst installieren zu können, habe ich mir das MEDISTAR-Paket für Neuinstallationen besorgt. Dieses hatte den Stand April 2013, so dass ich anschließend alle Updates installieren musste. Erst danach habe ich die vorhandenen Praxisdaten importiert und die ISAM-Dateien rüber kopiert. Das ging alles weitgehend problemlos. Professionelle Hilfe habe ich für die Geräteanbindung des automatischen Scheitelbrechwertmessers über eine serielle Schnittstelle benötigt. Gut dass die Schnittstelle ausstirbt. Sehr nervig ist und war auch die Druckereinrichtung an den einzelnen Arbeitsplätzen, an denen es zu Änderungen gekommen ist. Mittlerweile läuft alles rund. Gut funktioniert auch die automatische Anruferzuordnung in MEDISTAR in Zusammenarbeit mit der neuen Fritz!Box.
Leider funktioniert auch nach dem März-Update immer noch nicht die zum Online-Terminkalender gehörende Software. Die Vita-X-Clients auf den Arbeitsplätzen finden den Server nicht, obwohl auf diesem der Vita-X-Dienst regelrecht läuft. Merkwürdigerweise funktioniert dies aber nach einer Neuinstallation des Dienstes solange bis der Server neu gestartet wird. Mein Workaround sieht nun so aus, das das PowerShell-Sicherungsskript, welches den Server herunterfährt, zuvor den Dienst deinstalliert. Bei einem Neustart des Rechners installiere ich den Dienst durch ein Skript automatisch neu, bevor MEDISTAR vom gleichen Skript gestartet wird.