Neue Leitung für MEDISTAR

Zum 1.10. hat der langjährige MEDISTAR-Geschäftsführer zusammen mit dem Leiter der Entwicklungsabteilung das Unternehmen überraschend verlassen. Die Hintergründe sind mir nicht bekannt.

Allerdings macht man sich so seine Gedanken und es fallen mir viele mögliche Gründe ein, warum es dazu kommen konnte. Aus Anwendersicht hat man seit der Übernahme der Firma durch die CompuGroup Medical AG vor nun mehr als 10 Jahren den Eindruck, dass die Dinge nicht gut laufen. Die CGM-Leitung möchte als Besitzerin verschiedener Arztsoftwareprodukte und weiterer Software für andere Gesundheitssparten verständlicherweise Synergieeffekte nutzen. Daher haben die von ihr als „Plattformprodukte“ bezeichneten Programme, d.h. Software, die von den verschiedenen Arztsoftwareprodukten (MEDISTAR, TurboMed, Albis, M1, usw.) gemeinsam genutzt werden können, in den letzten Jahren höchste Priorität gehabt. Die Entwicklung und Anbindung dieser Produkte an MEDISTAR hat viel Manpower geschluckt. Herausgekommen sind für den Anwender im besten Fall nette Schmankerln wie der Online-Terminkalender. Andere Erzeugnisse wie z.B. das Doc-Portal haben dagegen viele Anwender in Rage gebracht.

Die Kernprobleme bei MEDISTAR wurden dagegen vernachlässigt. Zum einen, weil Datenbankumstellung und gesetzliche Vorgaben Kapazitäten gebunden haben, aber auch weil die Entwickler mit der Programmierung von Junk-Software beschäftigt wurden. Liegen gebliebene und dringend zu erledigende Aufgaben sind zum Beispiel:

  1. Die Beseitigung nicht-graphischer Formularprogramme: Viele Anwender erledigen zwangsweise noch heute – fast 20 Jahre nach Einführung von Windows 95 – wichtige Schritte der Praxistätigkeit mit MEDISTAR-Software, die keine Mausbedienung zulässt!
  2. Überarbeitung der integrierten Textverarbeitung („Brieftext“): Die Brieftext-Funktion in MEDISTAR ist für den geübten Anwender schnell zu bedienen und deshalb beliebt. Allerdings ist die Bedienung ebenfalls über 20 Jahre alt und einem Junganwender nicht mehr zu vermitteln.
  3. Die Konfiguration von Druckern innerhalb der MEDISTAR-Software ist eine Zumutung und überhaupt nicht Windows-konform. Auch hier ist eine gründliche Modernisierung vonnöten.
  4. Der Unterbau von MEDISTAR, das Qt-Framework ist veraltet und möglicherweise für moderne bzw. kommende Windows-Betriebssysteme nicht mehr kompatibel, zumal der Support seitens des Herstellers beendet wurde. Die dringend erforderliche Umstellung auf eine neue Version wird einigen Aufwand kosten, für den genügend Entwicklungskapazität zur Verfügung gestellt werden muss. Dazu werden auch umfangreiche Tests gehören, bevor eine neue Version ausgegeben werden kann. Gleichzeitig erleichtert die Umstellung die Einbindung einer modernen Textverarbeitungsfunktion, weil in neueren Qt-Versionen eine vorbereitete Komponente zur Verfügung steht.
  5. Die Einblendung von Medikamentenwerbung im Rezeptformular ist für eine seriöse Software nicht hinnehmbar. Das Argument, dass die Verordnungskomponente (ehemals „Pharmastar“) den Anwendern kostenlos zu Verfügung gestellt wird, war schon immer blöd. Das Verordnen von Medikamenten ist nun mal eine Kernfunktion einer Arztsoftware. Ein Anwender, der viel Geld für seine Praxis-EDV ausgibt, aber ständig mit Werbung attackiert wird, fühlt sich verschaukelt. Hallo CGM-Manager, bitte versteht „Synchronizing Healthcare“ nicht so, dass ihr eure Ärzte an die Pharma-Industrie verkauft!
  6. Seit einiger Zeit erfolgt die Medikamentenverordnung in den CGM-Programmen mit Hilfe des eigenständigen Programms „ifap-Praxiscenter“. Ich verstehe nicht, warum es einem großen Software-Unternehmen nicht möglich ist, die Daten den einzelnen Tochterfirmen so anzubieten, dass diese sie unter ihrer Programmoberfläche anzeigen können. Der ständige Wechsel zu einer Software mit anderer Oberfläche und Bedienungslogik erzeugt keinen professionellen Eindruck.
  7. Das Bild- und Dokumenten-Management-System MOVIESTAR könnte eigentlich ein Bestandteil von MEDISTAR sein. Ein modernes AIS kann m.E. nicht ohne eine vernünftige Bild- und Dokumentendatenbank bestehen. Die Entwicklung von MOVIESTAR sollte daher in MEDISTAR integriert werden. Das Programm könnte doch wunderbar die Oracle-Datenbank mitnutzen.
  8. MEDISTAR war in früheren Jahren die bevorzugte Software von Ärzten, die ihre Software gern selbst ausbauen und administrieren wollten. Es war durch Anwenderintelligenz oftmals möglich, für individuelle Praxisprobleme eigeständige Lösungen zu finden. In dieser Hinsicht unbedarfte Ärzte kauften MEDISTAR ebenfalls, weil die Computerfreaks auf MEDISTAR standen und bereit waren, ihr Know-how zu teilen. Leider wird dieser Aspekt seit Jahren nicht mehr gefördert. Zum Beispiel sind die neuen graphischen Formularprogramme durch den Anwender nicht mehr veränderbar. Vorstellbar ist aber, dass Anwendern ein Baukastensystem oder ein Skript-Interface für einfache Formularprogramme zur Verfügung gestellt wird. Qt bietet Funktionen, auf die man aufbauen kann. Außerdem müsste interessierten Anwendern mehr Hilfe beim Umgang mit der Oracle-Datenbank zuteilwerden. Alle technischen Dokumente und Anleitungen, die den SPs zur Verfügung gestellt werden, müssten auch von Anwendern von der Webseite heruntergeladen werden können. Mutig wäre auch die Einrichtung eines Anwender-Forums im Internet.
  9. Bereits vor Jahren habe ich vorgeschlagen, eine „IntelliSense“-Funktion (Text- und Kürzel-Ergänzungshilfe) in MEDISTAR einzubauen. Das wurde abgelehnt, weil es schwer zu warten sei. Demnächst wird die neue Firma T2Med genau hiermit als Hauptfeature („Wörterbuch-Funktion“) werben. Diese Funktionalität würde gut zu MEDISTAR passen. Für die bei MEDISTAR vorhandenen Facharztentwickler, wäre es eine passende Aufgabe, den für Ihren Fachbereich spezifischen Wortstamm einzubringen oder zu kontrollieren. Das würde die Bedeutung ihrer Facharztmodule als Bestandteil des ganzen Systems aufwerten.
  10. Als MEDISTAR 4.0 entworfen wurde, hat man sich wegen der Möglichkeit, das Programm auf Linux portieren zu können, für Qt als Framework entschieden. Auch die Oracle-Datenbank steht einem Linux-Einsatz nicht im Weg. Da die CompuGroup bereits ein eigenständiges Linux-Programm pflegt, schlummert hier echtes Synergiepotential. Wobei sich natürlich die Frage stellen würde, ob man Data-Vital-Kunden nicht dazu bewegen könnte, auf „MEDISTAR für Linux“ umzusteigen. Für das Windows-MEDISTAR wäre die gewonnene Zukunftssicherheit ein Wettbewerbsvorteil: Jeder Kunde hätte dich Möglichkeit zu einem beliebigen Zeitpunkt das Betriebssystem zu wechseln. Außerdem käme die von vielen Anwendern gewünschte Anbindung von Open-Office nebenläufig zustande.

Wie man sieht, gibt es so viel Handlungsbedarf, dass das Management der CompuGroup massiv reagieren muss. Falls die Leitung nicht bereit ist, sich für ihre Kunden einzusetzen und weiterhin den Produktmanagern nebensächlicher Addons wie Privadis, Vita-X, iFox, eServices usw. erlaubt, eine vernünftige Priorisierung und Planung zu torpedieren, kann man nicht helfen. Aber es wäre schade, denn MEDISTAR enthält bei aller Kritik immer noch so viele Highlights und Alleinstellungsmerkmale (z.B. Makrofunktionalität, Patientenlisten, -marker, Sofortprüfung).

PS: Liebe CGMler: bitte ruft mich jetzt nicht an, um mir zu sagen, dass ich den Artikel aus dem Netz nehmen soll. Lest ihn stattdessen bitte noch einmal, reicht ihn nach oben weiter und bedankt euch für die Unternehmensberatung. Ich habe nicht gegen MEDISTAR geschrieben, sondern für MEDISTAR! Noch bin ich Mitaktionär.

MEDISTAR einfach neu installieren und Oracle-DB optimieren

Eine Neuinstallation von MEDISTAR-SQL ist relativ einfach. Bei mir funktionierte folgender Workaround:

  1. MEDISTAR-SQL Neuinstallations-DVD bzw. Programm besorgen und installieren. Dabei wird in der Regel nicht die neueste MEDISTAR-Version installiert, was nicht weiter stört.
  2. Anschließend alle Dateien des bisherigen MEDISTAR-Ordners über die Neuinstallation kopieren mit Ausnahme folgender Ordner und Dateien:
    – D:\MEDISTAR\INST\sql.ini
    – D:\MEDISTAR\oradata
  3. Den Export-Dump der bisherigen Installation in die neue Datenbank importieren.

Der wesentliche Punkt ist, dass es meiner bescheidenen Erfahrung nach nicht erforderlich ist, Quartalsupdates nachzuinstallieren, um die Software auf den neuesten Stand zu bringen. Das geschieht einfach durch das Kopieren der Dateien und den Import des aktuellen Dumps.

Nach gelungener Neuinstallation sollte man aber noch einige Einstellungen ändern bzw. optimieren. Um die erforderlichen Befehle nicht jedes Mal von Hand eingeben zu müssen, habe ich ein PowerShell-Skript erstellt, dass man einmalig nach einer Neuinstallation (oder später) auf dem MEDISTAR-Server ausführen sollte. Es mehrmals auszuführen schadet nicht, verändert dann aber nichts mehr.

Das Skript führt mit Hilfe von SQLPlus folgende Änderungen durch:
Die Datenbank wird in den Archivelog Modus gesetzt, um Online-Backups mit RMAN (Oracle Recovery Manager) zu ermöglichen. Als Ablagebereich wird standardmäßig die Flash Recovery Area, kurz FRA, genutzt. Hierfür wird die Archivierung eingeschaltet.
alter database archivelog;
archive log list;

Initialisierungsparameter im SPFILE werden geändert, um die Anzahl möglicher Verbindungen zu erhöhen. Der Default-Wert für PROCESSES ist 100, der für SESSIONS (1.1 * PROCESSES) + 5 und für TRANSACTIONS (1.1 * SESSIONS).
alter system set processes=930 scope=spfile;
alter system set sessions=1028 scope=spfile;
alter system set transactions=1030 scope=spfile;

Der Wert für die Lebensdauer der Passwörter wird korrigiert. Bei Usern sys, system und msuser darf kein Expiry-Date stehen.
alter profile default limit password_life_time unlimited;

Mit Hilfe der RMAN-Konsole erfolgen folgende Änderungen:
Für einen Full-Restore ist ein Controlfile-Backup notwendig. Deshalb wird der Parameter CONTROLFILE AUTOBACKUP auf “ON” gesetzt:
configure controlfile autobackup on;

Durch den Aufruf des ADR Command Interpreters erfolgen nachfolgende Einstellungen:
Alte Logs und Traces im Automatic Diagnostic Repository (ADR) können nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden. Zuständig hierfür sind zwei Paramter SHORTP_POLICY (default 30 Tage, neu: 1 Woche) und LONGP_POLICY (default ein Jahr, neu: 1 Monat). „Purge“ sorgt bei einer länger bestehenden Installation für das sofortige Löschen älterer Dateien.
set control \(SHORTP_POLICY=168\);
set control \(LONGP_POLICY=720\);

Sie können das Skript hier herunterladen: MSPostInstallOptimization.zip
Wie immer geschieht die Anwendung auf eigene Gefahr. Alle MEDISTAR-Tasks sollten zuvor geschlossen werden.

MEDISTAR auf Windows 8.1 bzw. Windows Server 2012 R2

Ein Grund, warum ich hier schon lange nichts mehr geschrieben habe, ist die Beschäftigung mit der Umstellung meiner Praxissoftware auf einen neuen Server Anfang dieses Jahres. Der Hauptrechner ist nach c’t-Anleitung selbst gebaut. Als Betriebssystem habe ich Windows 8.1 gewählt. Das Server-Betriebssystem 2012 R2 hatte ich als Preview probeinstalliert – schien mir aber zu kompliziert und ohne Vorteile für mein kleines Netzwerk.
Um MEDISTAR selbst installieren zu können, habe ich mir das MEDISTAR-Paket für Neuinstallationen besorgt. Dieses hatte den Stand April 2013, so dass ich anschließend alle Updates installieren musste. Erst danach habe ich die vorhandenen Praxisdaten importiert und die ISAM-Dateien rüber kopiert. Das ging alles weitgehend problemlos. Professionelle Hilfe habe ich für die Geräteanbindung des automatischen Scheitelbrechwertmessers über eine serielle Schnittstelle benötigt. Gut dass die Schnittstelle ausstirbt. Sehr nervig ist und war auch die Druckereinrichtung an den einzelnen Arbeitsplätzen, an denen es zu Änderungen gekommen ist. Mittlerweile läuft alles rund. Gut funktioniert auch die automatische Anruferzuordnung in MEDISTAR in Zusammenarbeit mit der neuen Fritz!Box.
Leider funktioniert auch nach dem März-Update immer noch nicht die zum Online-Terminkalender gehörende Software. Die Vita-X-Clients auf den Arbeitsplätzen finden den Server nicht, obwohl auf diesem der Vita-X-Dienst regelrecht läuft. Merkwürdigerweise funktioniert dies aber nach einer Neuinstallation des Dienstes solange bis der Server neu gestartet wird. Mein Workaround sieht nun so aus, das das PowerShell-Sicherungsskript, welches den Server herunterfährt, zuvor den Dienst deinstalliert. Bei einem Neustart des Rechners installiere ich den Dienst durch ein Skript automatisch neu, bevor MEDISTAR vom gleichen Skript gestartet wird.

Einfaches Dokumentenmanagement mit MEDISTAR

Gerade habe ich ein neues Programm online gestellt: «Move and Link to MEDISTAR». Das Programm ermöglicht die Verknüpfung beliebiger Dateien mit den med. Daten eines Patienten in MEDISTAR.

Dieses Programm (bzw. die Vorgängersoftware «FileStar») ist für mich selbst ein wichtiges Tool geworden. FileStar war ein kompiliertes AutoHotkey-Skript. «MoLiStar» ist nun in C# geschrieben und erlaubt einige zusätzliche Features. Außerdem hat sich das Lizenzmodell geändert. MoLiStar ist Freeware bzw. Donationware.

MEDISTAR-Anwender, die das Programm noch nicht kennen, sollten es unbedingt ausprobieren!

eGK-Kartenterminal in MEDISTAR konfigurieren

Ab Oktober soll sie kommen, die neue elektronische Gesundheitskarte. Hier beschreibe ich die Installation eines neuen Lesegerätes (ORGA 6041).

  • Treiber von CD installieren
  • Lesegerät anstecken (USB-A, Stromversorgung)
  • Angezeigten Port merken (z.B. COM4)
  • In MEDISTAR Befehl «IDN», Schnittstelle: CRO eintragen
  • In MEDISTAR Befehl «IMKT», Port eintragen (z.B. 4)
  • Die MEDISTAR-Konfiguration muss für jeden Task erfolgen!

Festlegung Dateinamen

Kartenterminal konfigurieren

MEDISTAR unter Windows 7 64bit

Auf meinem Heimrechner habe ich neben XP und Linux (für die Familie) seit wenigen Monaten auch Windows 7 in der 64bit-Version installiert. In den letzten Tagen habe ich die neue Windows-Version weiter eingerichtet und nutze sie nun für die meisten Alltags­aufgaben. Da benötige ich auch MEDISTAR. Ein paar Besonderheiten haben sich beim Einrichten ergeben, über die ich hier berichten möchte.

  1. Die «sysconf.s» liegt unter XP im Verzeichnis C:\Windows\System32. Unter Windows 7 64bit gehört sie in den Ordner C:\Windows\SysWOW64. In diesen Ordner werden alle Anfragen von 32-Bit-Programmen umgeleitet.
  2. MEDISTAR benötigt bei einer Einzelplatz-Installation unter XP nur den Dienst ISAM. Unter Windows 7 wird zusätzlich auch der Dienst RPCI (rpci303a.exe) benötigt. Die Installation läßt sich mit folgenden Batch-Dateien leicht durchführen (mit Administrator-Rechten, siehe unten).

install.cmd
@Echo off
REM Zum Ausführen dieses Befehlskripts benötigen Sie Administrator-Rechte.
REM Mit den folgenden Zeilen wird der ISAM-Dienst installiert, modifiziert und gestartet.

sc create MedistarIsam start= auto binpath= C:\Tools\MEDISTAR\isam.exe displayname= "MEDISTAR ISAM"
sc description MedistarIsam "ISAM Engine for Windows NT and Windows 2000"
sc start MedistarIsam

sc create MedistarRpci start= auto binpath= C:\Tools\MEDISTAR\rpci303a.exe displayname= "MEDISTAR RPCI"
sc description MedistarRpci "RPCI Service for MEDISTAR"
sc start MedistarRpci

REM Der folgende Befehl ermöglicht das Lesen der Rückmeldungen.
pause

remove.cmd
@Echo off
REM Zum Ausführen dieses Befehlskripts benötigen Sie Administrator-Rechte.
REM Der ISAM-Dienst wird zunächst beendet und dann gelöscht.
REM Das Skript kann nur funktionieren, wenn der ISAM-Dienst mit dem Dienstnamen «MedistarIsam» installiert wurde.

sc stop MedistarIsam
sc stop MedistarRpci

sc delete MedistarIsam
sc delete MedistarRpci

REM Der folgende Befehl ermöglicht das Lesen der Rückmeldungen.
pause

Beim Anklicken einer Batchdatei im Explorer mit der rechten Maustaste erscheint der Menüpunkt «Als Administrator starten».

Prüfung der MEDISTAR-Hardware-Anforderungen

Seit kurzem prüft das MEDISTAR-Programm bei jedem erstem Start des Tages, ob die Hardware des PCs den Systemvoraussetzungen zukünftiger MEDISTAR-Versionen entspricht. Das ist gut, denn durch rechtzeitiges Aufrüsten erspart man sich womöglich böse Überraschungen. Andererseits ist es beim Hardware-Einkauf manchmal auch sinnvoll, etwas zögerlich zu sein, weil sich – wie jeder weiß – die Technik rasant weiter entwickelt. Ich bin zumindest beruhigt, dass mein Server die Anforderungen erfüllt. Die restliche Hardware zu entsorgen, obwohl sie im Moment gut funktioniert, widerspricht meinem ökologischen Gewissen.

Das Nervige an dem Hardware-Check ist, dass er an jedem Arbeitsplatz den Programmstart bis zu einer Minute verzögert und dass er sich nicht abstellen lässt. Ausgerechnet am Morgen, wenn schon 10 Patienten im Wartezimmer sitzten und ich so schnell wie möglich mit der Arbeit beginnen möchte, bummelt der Rechner. Da sitzt der Patient schon neben mir und ich weiß nicht mal wie er heißt, weil mein Arztinformationssystem Infos zusammensucht, die mir schon bekannt sind und mich im Moment wirklich nicht interessieren.

Sie können hier das kleine Programm NoSysCheck herunterladen. Speichern Sie es irgendwo auf dem PC und legen Sie eine Verknüpfung im Autostart-Ordner an, damit es jeden Morgen bei der Anmeldung des Windows-Benutzters automatisch startet. Das Programm unterbreitet dem System blitzschnell, dass der Systemcheck heute bereits ausgeführt worden sei und beendet sich sogleich.

Das Vielzweck-Tool für MEDISTAR MSHotkey besitzt ebenfalls die beschriebene Funktionalität (s. Einstellungen).

Drucker für MEDISTAR einrichten

Die Installation und Konfiguration von Druckern für MEDISTAR ist ein schwieriges Thema. Da ich jedes Mal nur durch viel Ausprobieren zum Ziel komme, möchte ich hier meine Erfahrungen mitteilen, um OPHTHALMOSTAR-Anwendern die Sache zu erleichtern.

In meiner Praxis gibt es nur einen Nadeldrucker an der Anmeldung. Dort steht auch ein Laserdrucker. An allen Arbeitsplätzten befinden sich einfache Tintenstrahl- bzw. Laserdrucker, auf denen Brieftexte und Rezepte ausgedruckt werden.

Als Standarddrucker unter Windows ist auf allen PCs der an der Anmeldung befindliche Laserdrucker eingestellt. Normale Windowsanwendungen wie Word drucken also auf den Netzwerk-Laserdrucker, der mit DIN-A4-Papier befüllt ist.

In den Arbeitsplatz-Druckern steckt DIN-A5-Papier. Auf dieses Papier werden Brieftexte und private Brillenrezepte gedruckt. Medikamentenrezepte gebe ich meist als Druckaufträge an die Anmeldung. GKV-Brillenformulare, die ich am Arbeitsplatz selber ausdrucke, muss ich per Hand in den Drucker legen.

Bezüglich der Konfiguration unter MEDISTAR beschreibe im Folgenden nur ein paar Besonderheiten. Lesen Sie in jedem Fall auch die Anleitungen im MEDISTAR-Handbuch. Zunächst wird für jeden einzelnen Task im Dialog «Konfiguration Windows Drucker» festgelegt, dass er die Default-Konfiguration übernimmt. Nun erfolgt im Dialog “Windows-Drucker (default) einrichten” die Font-Zuordnung für den Brieftext und Formulardruck für den gesamten Arbeitsplatz.

Bei einem neuen Drucker empfiehlt sich zunächst ein Import “aus Datei PFONTS-P”. Ich wähle “Tintenstrahl (Standard)” auch wenn es sich um einen Laserdrucker handelt. Für OPHTHALMOSTAR-Anwender ist die Anpassung von “Brief Schriftart 2 (schmal)” wichtig. Damit genügend Text in eine Zeile des DIN-A5-Briefes passt, wird diese Schriftart für den normalen Text verwendet. Stellen Sie die Größe so ein, dass die Papierbreite optimal ausgenutzt wird. Bei mir klappt das mit “Schriftgrad 8 oder 9”.

Damit der Brieftext das Papier in der Höhe optimal ausnutzt, könnte man auf die Idee kommen, irgendwo den Zeilenabstand einstellen zu wollen. Diese Möglichkeit gibt es nur indirekt im Dialog “Druckerkonfiguration”. Sie finden diesen im Index nicht unter “Installation – Druckereinstellungen”, sondern unter “Brieftextverarbeitung”.

Die Brieftext-Vorlagen in OPHTHALMOSTAR für das DIN-A-5-Format haben 49 Textzeilen. Nun muss ausprobiert werden, wie ein Brieftext mit maximaler Zeilenanzahl auf das Papier verteilt wird. Durch Veränderung des Wertes „Blattlänge“ wird der Zeilenabstand so eingestellt, dass der Text optimal auf dem gesamten Blatt dargestellt wird.

PS: In OPHTHALMOSTAR ab Version 1.5 finden sich hilfreiche Makros und erklärende Texte.

MEDISTAR auf USB-Stick sichern

Die wichtigsten MEDISTAR-Dateien lassen sich schnell und einfach auf einem USB-Stick speichern. Die nachfolgend beschriebene Batchdatei erledigt diese Arbeit. Sie zeichnet sich durch folgende Besonderheiten aus.

  • Bevor der Kopiervorgang startet, erfolgt eine Prüfung, ob alle MEDISTAR-Tasks geschlossen sind. Um diese Information zu erhalten, versucht das Programm eine Datenbankdatei zu kopieren. Wenn ein Task geöffnet ist, wird das nicht gelingen.
  • Unnötige Dateien werden vom Kopieren ausgeschlossen. Hierbei erweist sich das Microsoft-Tool «robocopy» als wesentlich flexibler gegenüber «xcopy». Mit Hilfe eines Robocopy-Job-Files (EXCLUDE.RCJ) lassen sich Dateitypen und Ordner ausschließen . Weitere Informationen zu robocopy finden Sie im Robocopy-Artikel.
  • Die Datensicherung ist insofern komplett, als sich mit ihr eine externe MEDISTAR-Installation auf den Praixsstand bringen läßt. Das heißt, Sie können die Dateien z.B. zuhause einlesen und haben alle Daten wie in der Praxis zur Verfügung. Damit haben Sie dann auch die Integrität der Datensicherung überprüft.
Beispiel-Quellcode für ROBOCOPY2STICK.CMD
@echo off title Sicherung auf USB-Stick (Laufwerk G)
if exist Z:nul goto kopieren
echo Netzlaufwerk Z: nicht gefunden! Das Programm wird abgebrochen.
pause
goto end
rem Die nachfolgende Zeile dient der Prüfung auf offene Tasks
copy /y Z:MedistarPDATENPALPHA.ISM Z:MedistarPDATENPALPHA.BAK
if not errorlevel 1 goto stickcheck
echo.
echo ******************************************************************************
echo * *
echo * Bitte beenden Sie alle MEDISTAR-Tasks! Die Datensicherung wird abgebrochen. *
echo * *
echo ******************************************************************************
echo.
pause
goto end
:stickcheck
if exist G:nul goto robocopy
echo.
echo ******************************************************************************
echo * *
echo * USB-Stick (Laufwerk G) nicht gefunden! Die Datensicherung wird abgebrochen. *
echo * *
echo ******************************************************************************
echo.
pause
goto end
:robocopy
md G:Athlon
md G:Medistar
md G:Server
robocopy "Z:MedistarINST" "G:MedistarINST" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "Z:MedistarFORM" "G:MedistarFORM" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "Z:MedistarHDATEN" "G:MedistarHDATEN" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "Z:MedistarPARA" "G:MedistarPARA" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "Z:MedistarPDATEN" "G:MedistarPDATEN" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "Z:MedistarPRAXIS" "G:MedistarPRAXIS" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "Z:MedistarSTAT" "G:MedistarSTAT" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE<span>
robocopy "D:DateienDokumente" "G:AthlonDokumente" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "D:DateienOrganisation" "G:AthlonOrganisation" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "D:DateienPersonal" "G:AthlonPersonal" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "D:DateienWindows" "G:AthlonWindows" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "D:EndNote" "G:AthlonEndNote" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
robocopy "Z:Server" "G:Server" /MAXAGE:30 /MIR /NS /NP /R:1 /W:1 /JOB:EXCLUDE
:end
REM /MAXAGE:n Excludes files with a Last Modified Date older than n days.
REM /MIR Mirrors a directory tree (equivalent to running both /E and /PURGE).
REM /NS Suppresses output of file and directory sizes.
REM /NP Turns off copy progress indicator (% copied).
REM /R:n Specifies the number of retries on failed copies. (The default is 1 million.)

Die nachfolgende EXCLUDE-Datei muss sich im gleichen Ordner wie die Batchdatei befinden.

Beispiel-Quellcode für EXCLUDE.RCJ
/XD
:: Excludes directories with the specified names, paths, or wildcard characters.
bilder
Cache
Chrome
demo
docportal
dokumente
extensions
ibonus
informer
O&amp;O
pdf
rguide
ventario
verax
vita-X

/XF
:: Excludes files with the specified names, paths, or wildcard characters
*.avi
*.wmv
*.zip

:: Der XD-Schalter funktioniert nicht mit Teilpfaden, z.B. PARAverax.
:: Entweder gibt man den kompletten Pfad an, z.B. Z:MEDISTARPARAverax
:: oder man gibt nur einen Teil des Pfades ohne Backslash an.